2016 Charles Lloyd

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Der 1938 geborene Charles Lloyd zählt mit Sonny Rollins und Wayne Shorter zu den den größten Saxophonisten unserer Zeit. Bereits mit zwölf Jahren spielt er in der Band von B. B. King. Von 1965 bis 1969 leitet er sein eigenes Quartett mit Keith Jarrett am Klavier und Jack DeJohnette am Schlagzeug. Danach geht Charles Lloyd nach Kalifornien, um aus dem Musikgeschäft auszusteigen und von den Drogen loszukommen. Er freundet sich mit den Beach Boys an, widmet sich der Meditation und dem Studium buddhistischer Texte und spielte mit den Doors, Jimy Hendrix, Janis Joplin und Canned Heat.

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Die Mitglieder des „New Quartet“ von Charles Lloyd gehören zu den besten Musikern, die es zur Zeit gibt. Alle wurden für mindestens einen Grammy nominiert, alle haben mit den Größen des modernen Jazz gespielt, jeder von ihnen bietet ein musikalisches Ereignis ersten Ranges: Der Pianist Jason Moran, der Bassist Reuben Rogers und der Schlagzeuger Eric Harland.

Das Konzert des „New Quartet“ in Rottenburg 2009 war für mich eines der beeindruckensten Konzerte, die ich je erlebt habe. Unvorstellbar gefühlvolle Balladen, die sich unmerklich in höchste Intensität steigern. Jeder der Musiker setzt zum richtigen Zeitpunkt virtuos eigene Akzente, ohne dass auch nur eine Note zuviel ist. Das Ergebnis: Grandiose gefühlvolle Musik, mitreißende Spannung – von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Der GEA schrieb über dieses Konzert: „Er trumpft mit lang gezogenen, intensiven Balladen auf, über die sich die verletzlichen Melodien wie ein schützender Teppich legen. Seine drei jungen Mitspieler Jason Moran (Piano), Reuben Rogers (Bass) und Eric Harland (Drums) zelebrieren dazu eindrucksvoll, wie man traditionelle und moderne Sounds zusammenbringt. Die Wahrheit von Charles Lloyds Musik ist verborgen in der Wärme, die sie ausstrahlt. In der Bereitschaft, sein innerstes Ich zu öffnen und nach außen zu tragen, Musik werden zu lassen. In der Schnörkellosigkeit, mit der Lloyd das tut, in dieser reifen Konzentration, die weiß, was wichtig ist und was nicht. Eine Ausdrucksform ist dafür natürlich die langsame, melodisch gesättigte Ballade, die sich auf einem sehr aufgefächerten Klanggrund bewegt, mehr auf Farbflächen von Bass, Schlagzeug und Klavier als auf durchhörbaren Linien.“

Die Südwestpresse Rottenburg: „Er ist mittlerweile knapp über siebzig Jahre alt und musiziert derzeit vielleicht so gut wie noch nie zuvor: Der Saxophonist und Komponist Charles Lloyd … Deutlich jünger sind die anderen Mitglieder des Ensembles, die zusammen mit Altmeister Lloyd wohl das Potenzial haben, ähnlich prägend zu wirken wie einst das Modern Jazz Quartet … Rasante Unisono-Linien des Quartetts erfreuten immer wieder; noch mehr aber die traumwandlerische Sicherhiet, mit der es ihm gelang, vier Stimmen selbständig, eigenständig zu führen…“

Und der Schwarzwälder Bote: „Nicht gehen lassen wollte das Publikum das Charles Lloyd Quartet. … erst nach Mitternacht verklang der letzte Akkord“.

 

CL HH awards

“Mr. Lloyd is the rare jazz artist whose every appearance qualifies as an event… Mr. Lloyd sets the pace, and this performance conveyed much of what you’d need to know about his values as an artist: soulfulness, mindfulness, generosity, balance..