Der Spiegel hat in seiner Ausgabe vom 15. März 2019 einen zweiseitigen Artikel über Shai Maestro:

Songs mit einer verträumten, filmischen Qualität

„Das Shai Maestro Trio zu hören, ist als würde man in einer neue Welt aufwachen – einer Welt voller Wunder, Aufregung, Schönheit und Ungewissheit“, hieß es einmal bei All About Jazz.  „The Dream Thief“, Maestros erste ECM-Veröffentlichung als Leader, präsentiert den israelischen Pianisten mit der neuesten Inkarnation seines ungemein interaktiven, sehr atmosphärisch spielenden Trios, das er 2011 mit dem peruanischen Bassisten Jorge Roeder und dem ebenfalls israelischen Schlagzeuger Ofri Nehemya gründete.

Einen Namen machte sich Maestro zunächst in der Band des israelischen Bassisten Avishai Cohen. Der in Brooklyn lebende Pianist arbeitete vor Kurzem im Duo mit dem Saxophonisten Chris Potter zusammen. Für die Einspielung seines ECM-Debüts „The Dream Thief“ ging das Trio ins Tonstudio. wo sich Maestro sich für einen dunkler klingenden Steinway-Konzertflügel entschied, das ihm für die „verträumte, filmische Qualität“ der Musik, die er für die Session geschrieben hatte, besser geeignet schien. Produzent Manfred Eicher sorgte ihm Studio für eine Atmosphäre, in der man, wie sich Maestro erinnert,  „offen war für die Magie des Augenblicks“.

Maestro und Roeder stammen aus entgegengesetzten musikalischen Lagern. Der Pianist erklärt: „Jorge hat sehr viel Erfahrung auf dem Gebiet der freien Musik, während ich sowohl Klassik als auch Jazz studiert und viel mehr arrangierte, rhythmisch festgelegte Musik gespielt habe. Durch das Zusammenspiel mit ihm bin ich freier geworden.“ Obwohl Nehemya neu in der Gruppe ist, herrscht zwischen ihm und dem Pianisten ein intuitives Verständnis. „Ofri und ich haben viele Einflüsse gemein – wir müssen nicht einmal über Dinge reden, um uns auf gleiche Weise emotional auszudrücken“, sagt Maestro. „Aber er verfügt auch über das fortgeschrittene, rhythmische Verständnis der neuen Generation, so dass er Jorge und mich wirklich antreiben und herausfordern kann.“