Das erste Konzert des damals noch kaum bekannten Yaron Herman in Tübingen (2007 im LaTour) war legendär. Und das nicht nur, weil er auf den Klingelton eines Handys aus dem Publikum blitzschnell reagiert und die Handymelodie dann in sein Klavierspiel integriert und weiterentwickelt hat. Das Schwäbische Tagblatt schrieb damals: „Yaron Hermann spannte einen Bogen von Jazzstandards über Popstücke bis zum traditionellen israelischen Volkslied. … Ein fulminanter Vortrag zog das Publikum von Stück zu Stück stärker in seinen Bann. Herman hat ähnlich wie Keith Jarrett die gesamte Geschichte des Jazzpianos verinnerlicht und verfügt über eine enorme Bandbreite verschiedenster Stile.“

Yaron Herman hat seither eine grandiose Karriere gemacht: Er gilt als einer der besten europäischen Pianisten, erhält zahlreiche renommierte Auszeichnungen, spielt auf den großen Festivals und veröffentlicht seine Alben inzwischen beim renommierten Blue Note Label.

Dabei war dem 1981 in Tel Aviv geborenen keine Karriere als Musiker in die Wiege gelegt. Vor ihm liegt eine glänzende Karriere als Basketballspieler in der israelischen Junioren-Nationalmannschaft. Doch eine schwere Knieverletzung beendet seinen Traum von einem Leben als Spitzensportler. Erst im Alter von 16 Jahren beginnt er, das Klavierspiel zu erlernen.

Yaron Herman verbindet kompositorische Einflüsse von Radiohead bis Keith Jarrett. Kaum ein anderer vermag, die gesamte Jazztradition in höchster Musikalität so geballt und im rasenden Wechsel in seine Soli einzuverleiben.