2015-Galliano

Galliano-3Bereits 30 Jahre ist es her, dass sein erstes Album als Bandleader, „Spleen“, mit dem „New Musette Quartet“ veröffentlicht wurde.

Bereits 30 Jahre ist es her, dass er das Image eines so genannten altmodischen Instruments, dass dazu bestimmt war, samstags Nacht in Ballsälen zu spielen, wieder korrigierte.

Bereits 30 Jahre ist es her, dass er in allen möglichen Musikstilen navigierte, mit Salsa flirtend, sich mit Tango vereinigend, ohne seine Seele zu verlieren, die tief in seinen französisch-italienischen Wurzeln verankert ist.

Andererseits ist es erst 5 Jahre her, dass Richard Galliano begonnen hat, sein unglaubliches Talent im Nest der klassischen Musik zum Ausdruck zu bringen.

Ein Bestseller war das, vom Label Deutsche Grammophon herausgebrachte „Bach Projekt“, dann folgte ein Tribut an Nino Rota und Vivaldis „Vier Jahrszeiten“. 2014 bekam er von der französischen „Victoire de la Musique“ eine Auszeichnung als Komponist.

Richard Galliano hat sich entschieden, seine 30jährige Karriere mit seinen Freunden und begabten Musikern zu feiern:

„Ich betrachte meine Platte „Spleen“ (1985) als mein erstes „New Musette“ Projekt. 30 Jahre später… ist es dieser Geist, durch den ich wieder Lust habe, meine Lieblingskompositionen aufzuführen und das „New Musette“ 2015 vorzustellen.

Die Musette ist ein altmodischer italienisch-französischer Stil, der die Jazzmusiker so ironisch unwillig und ängstlich macht.

Wie auch immer, die „Musette“ (Java, Walzer…) in Frankreich, wie der „Blues“ in den Staaten und der „Tango“ in Argentinien erschienen auf der ganzen Welt zu gleicher Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts. Diese Stile sind alle Auswirkungen und die Fusion einer menschlichen und kulturellen Mischung: Italienische und französische Musiker entwickelten „Musette“, Italiener und Argentinier „Tango“, Afrikaner und Amerikaner „Blues“. All diese Migranten, fern von ihren Heimatländern, weinten auf diese musikalische Art, zeigten ihre Wut und Melancholie. So entstand der Blues in den USA, der „Milonga“ in Argentinien, so waren auch die Vorstadt- Klagen der „Musette“ in Frankreich.

„Piaf ist die größte Bluessängerin“, sagte Louis Armstrong.

Heutzutage erschaffe und wiederbelebe ich die „New Musette“, weil ich fühle, dass diese Musik nicht wie in den 30er Jahren aufgeführt werden kann. Ich spiele diese Musik jetzt, indem ich meinen stärksten Einflüssen folge: PIAZZOLLA, COLTRANE, BILL EVANS, DEBUSSY…

Richard Galliano: Akkordeon, Akkordina
Sylvain Luc: Gitarre
Yaron Stavi: Akustik-Bass
André Ceccarelli: Schlagzeug