Bebelaar/Godard/Cagwin/Kroll/Beck
Sa. 11.10.25 | 20.00 Uhr | Sudhaus, großer Saal


(v.l.) Patrick Beeblaar(p); Frank Kroll (s.sax, bclar), Christoph Beck (t.sax, bsax, bclar), Michel Godard(tuba, serpent, e-bass), Jarrod Cagwin(per)
Aufgrund der politischen Geschehen der letzten Jahre hat Patrick Bebelaar sich entschlossen, sein Werk Pantheon (Kompositionsauftrag der Internationalen Bachakademie, 2005) für sein aktuelles Quintett neu zu bearbeiten und auf die Bühne zu bringen. In seiner Komposition geht es um Bachs H-Moll Messe, wobei er Struktur und Stilmittel der H-Moll Messe übernimmt. Musikalisch geht er allerdings eigene Wege. Darüber hinaus übernimmt er außerdem den ökumenischen Gedanken Bachs. Bebelaar nutzt, einem Cantus Firmus gleich, Melodien aus anderen Weltreligionen und Kulturen (Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus und afrikanische Naturreligionen) an den Stellen der Komposition, die strukturell oder aber thematisch der bachschen Vorlage gerecht werden. So entsteht ein friedliches Miteinander verschiedener Religionen und Kulturen, wie es (leider) nur in Kunst und Musik anzutreffen ist. Ein musikalisch-künstlerisches Statement, das in diesen Tagen aktueller den je geworden ist. Das Pantheon ist Ort des Geschehens, an dem alle Gottheiten gleichermaßen Verehrung finden. Aufführungen fanden u. a. beim Bachfest Stuttgart, den Internationalen Theaterhaus Jazztagen und den Ludwigsburger Schlossfestspielen statt.
Spannend auch, wen sich der Pianist als Mitstreiter geholt hat. Saxofonist Frank Kroll und Tuba- und Serpent-Spieler Michel Godard sind langjährige Weggefährten. Da heißt es nicht „Tempo um jeden Preis und ständig schnelle Läufe“. Die gibt’s auch. Aber auffällig ist das konzentrierte Miteinander.
Jarrod Cagwin hat ein ganzes Arsenal von Rahmen-Trommeln, Becken, Rasseln und Schellen dabei und begleitet die Reise durch mehrere Kulturen. Denn da folgt die fast einstündige und abwechslungsreiche Tour durch die großen Weltreligionen – inspiriert von Johann Sebastian Bach. „Pantheon“ hat Bebelaar seine Komposition 2005 für die Bach-Akademie genannt. Ausgangspunkt ist die h-Moll-Messe. Doch Bebelaar unternimmt einen ausgedehnten Ausflug in Gegenden, die vor Jahrhunderten kaum jemandem in Mitteleuropa vertraut gewesen sein dürften. Kurzzeitig klingt die Band wie eine Klezmer-Truppe, später dominieren orientalische Klänge. Danach folgen Passagen, die in hinduistische oder buddhistische Teile der Welt führen. Eine starke Botschaft und eine beeindruckende musikalische Umsetzung.
Patrick Bebelaar – piano
Michel Godard – tuba, serpent, e-bass
Jarrod Cagwin – percussion
Frank Kroll – s.sax, b-clar.
Christoph Beck – t.sax, bariton sax, b-clar.
Michel Godard ist einer der profiliertesten europäischen Jazzmusiker, der auf der Tuba mehrstimmige Spieltechniken einsetzt, auch zeitgenössische und Alte Musik spielt und in sehr unterschiedlichen Ensembles und Besetzungen.
Jarrod Cagwin ist international ein gefragter und renommierter Percussion. Seit 1999 Mitglied der Band von Rabih Abou-Khalil. Außerdem arbeitete er mit Charlie Mariano, Dusko Goykovich, Joe Beck, Joe Lovano, Dave Samuels, Gabriele Mirabassi, Howard Levy, Gary Burton und anderen.
Frank Krolls eigener, von verschiedenen Kulturen beeinflusster Instrumentalstil, macht ihn zu einem außergewöhnlichen Musiker. Als solcher spielte er auch in den Projekten der indischen Musiker Pandit Vikash und Prakash Maharaj und dem Schweizer Schlagzeuger Pierre Favre. 2003 wurde Kroll mit dem Jazzpreis des Landes Baden-Württemberg ausgezeichnet. Seine Einspielungen sind auf verschiedensten Jazzlabels zu finden, u.a. auch beim Münchner Label ECM.
Christoph Beck ist Stipendiat der Baden-Württemberg Stiftung ist unter anderem Mitglied der „Tobias Becker Bigband“. Unter eigenem Namen erschienen bereits zahlreiche CDs. Darüber hinaus ist er auf viele weiteren CDs als Sidman zu hören.
Patrick Bebelaar wurde im Jahr 2000 mit dem Jazzpreis Baden-Württemberg ausgezeichnet. Er komponierte im Auftrag der Internationale Bachakademie (2002, 2005 und 2008), des Deutschen Literaturarchivs u.v.a.
Auf der Bühne wie auf zahlreichen Einspielungen ist er mit inter. Kollegen wie Joe Fonda, Carol Rizzo, Herbert Joos, Günter Lenz, Pandit Prakash Maharaj, , Mike Rossi, Garvino Murgia u.v.a. zu hören. Spartenübergreifend trat er u.a. mit Schriftstellern wie Peter O. Chotjewitz, Peter Härtling, Oskar Pastior, Adonis auf. Konzertreisen führen ihn immer wieder nach Südafrika, Indien, GUS, die USA, VAE und natürlich Europa.
