
Auf NUEVA TIMBA, dem neuen Blue Note-Album des in Kuba geborenen Pianisten Harold López-Nussa, trifft die Jazz-Avantgarde auf diverse Epochen der kubanischen Musikgeschichte. Aufgenommen mit weiteren talentierten Musikern – Harolds Bruder Ruy Adrian López-Nussa am Schlagzeug, Luques Curtison am Bass und dem Mundharmonika-Virtuosen Grégoire Maret – ist es eine Vision für die Zukunft des Latin Jazz. Allerdings tritt in Tübingen sein Trio auf – ohne den Mundharmonika-Spieler und mit anderem Bassisten. (s.Plakat). So flexibel sind halt nur gute Jazzmusiker!
In „Bonito y Sabroso“ verdichtet López-Nussa die Kraft eines Big Band Sounds zu einem Arrangement für eine kleine Besetzung und fügt dem moderne, Farbtöne durch Elektronics und Beats von José Angel Blanco, alias El Negro WADPRO, hinzu. Ein weiteres Highlight ist „Niña Con Violin“, geschrieben von López-Nussas Onkel, dem gefeierten Pianisten Ernán López-Nussa, mit wunderschönen melodischen Bassläufen von Curtis. Ein Arrangement von Ernesto Lecuonas „Gitanerias“ zeigt auf meisterlichem Niveau, wie klassische Virtuosität mit zeitgenössischem rhythmischem Schwung zusammengehen können. Der Titel „Cerca y Lejos“ besticht durch willkommene Anklänge an Chick Corea aus der frühen Fusion-Ära.
Bei aller überwältigenden Qualität ist dieses Album jedoch in erster Linie eine Reise durch eine zutiefst persönliche Erzählung von tiefgreifenden und schmerzhaften Lebensveränderungen.
NUEVA TIMBA erzählt die sehr reale Geschichte eines Vertriebenen: Ein junger Vater, der sich in einem neuen Land zurechtfinden muss, während er seine Heimat vermisst. Gleichzeitig versucht er den Tod seiner Mutter zu verwinden und gerät darüber in einen Zustand der Verzweiflung. Langsam aber sicher sieht er das Licht am Ende des Tunnels. So etwas wie Glück kehrt an den Horizont zurück. Auf NUEVA TIMBA werden musikalische Tränen der Freude spürbar. (Agentur)
Im Video ist die Quartett-Besetzung. Bei uns tritt das Trio auf ohne den Harp-Spieler und mit anderem Bassisten .
