2014 Ravi Coltrane

RaviColtrane-Plakat

Ein großer Name kann eine Bürde sein. Ravi Coltrane, der jüngste Sohn der Jazzikone John Coltrane und der Pianistin Alice Coltrane, wurde nach dem indischen Sitarmeister Ravi Shankar benannt. Die Musik seines Vaters lernte er nur von Platten kennen, denn John Coltrane starb, als Ravi zwei Jahre alt war. Er hat natürlich keine richtige Erinnerung an seinen Vater, aber dessen Musik ist für den 49-Jährigen Quelle und Antrieb –  wie für viele andere Jazzer auch.

Weniger belastet denn beflügelt von dem jazzhistorisch schweren Erbe seiner Eltern, hat er sich längst all seine anderen Helden von Ornette Coleman bis Paul Motion mit grosser Empathie einverleibt und sich zu einer führenden Figur des modernen Jazz emporgearbeitet . Dabei setzt er ebenso klug wie intuitiv die Geschichte des Jazz im Spiegel unserer Zeit fort und schlägt uns mit seinen elegischen und fesselnden Ausführungen in den Bann. „Spirit Fiction“ im besten Sinne also und  so heißt auch seine aktuelle CD (Blue Note).

Ravi Coltranes Musik steht für sich und ist für sich erfolgreich. So wurde er  für den Grammy in der Kategorie „Best Improvised Jazz Solo“ nominiert.
In Tübingen  stellt er sein neu formiertes Quartett vor, dem der aus Kuba stammende Pianist David Virelles, der Bassist Dezron Douglas und der Grammy-nominierte Drummer Jonathan Blake angehören, drei höchst gefragten Sidemen der New Yorker Szene.
 (Quelle: Bayerischer Hof, München )

Video: Ravi Coltrane live im Village Vanguard